Ist der Haushund ein Fleischfresser?

Ist der Haushund ein Fleischfresser?

Hundehalter beschäftigt die Frage, welche Ernährung die ideale für ihren vierbeinigen Freund ist, berechtigterweise. Es geht um die Fragen, welche Nährstoffe in welcher Zusammensetzung für die Gesundheit des Hundes ideal ist, ob Trocken- oder Nassfutter gereicht wird oder ob Essensreste vielleicht ausreichend sind. Mit dem Vegetarismus des Hundehalters hat es auch die Frage, ob der Hund überhaupt Fleisch – also tierische Proteine – braucht in die Diskussion geschafft.

Dabei lohnt sich für das Verständnis der idealen Hundeernährung ein Blick auf die genetische Linie des Haushundes, wobei im Folgenden nicht kleinteilig nach Rassen getrennt wird. Dies spielt für die Fragestellung keine Rolle, wohl aber für die benötigte Menge an Nahrungsmitteln. Auch hat sich der Hund, wie Jahrtausende er auch immer mit dem Menschen zusammengelebt hat, diesem angepasst. Auch dies lässt sich auf die Ernährungsfrage beziehen.

Der Hund als Raubtier

Beim Haushund handelt es sich um eine Unterart des Wolfs. Beide sind beliebig miteinander kreuzbar, sodass es sich um eine Art handelt. Ebenfalls ist dies auch unabhängig von der Hunderasse, da die genetischen Unterschiede sich ausschließlich auf physiologische Merkmale auswirken. Es gilt: Ein Pudel ist ein Hund, ein Husky ist ein Hund; beide sind mit dem Wolf kreuzbar. Wo dies physiologisch nicht gelingt, funktioniert dies über Besamungen oder eine Befruchtung dennoch. Genetisch sind alle Hunderassen und der Wolf also untereinander kompatibel. In der Natur kommt eine Kreuzung zwischen Wölfen und (verwilderten) Hunden allerdings nur sehr selten vor.

Beim Haushund handelt es sich damit um einen domestizierten Wolf. Es handelt sich nicht um eine durch natürliche Selektion entstandene Art, sondern um eine Auslese und Zuchtwahl des Menschen. Das entbindet den Haushund aber nicht von seiner Zugehörigkeit zu der Gattung der Canis (Hund- und Schakalartige) oder der Ordnung der Carnivora (Raubtiere). Der Haushund ist also genauso Jäger wie etwa der Kojote.

Ein Hund ist biologisch für die Jagd gebaut: Er besitzt Reißzähne, ist wendig, hat einen nach vorne gerichteten Blick (von einigen Züchtungen einmal abgesehen) und kann sehr kräftig zubeißen. Dennoch ist auch zu beachten, dass es sich beim Hundegebiss um ein Allesfressergebiss handelt und auch das Verdauungssystem des Hundes mit den meisten Nährstoffen umgehen kann. Der Hund ist also ein Allesfresser, wie es etwa der Mensch und der Braunbär auch sind.

Was der Wolf frisst

Wölfe jagen im Rudel. So wird es gelehrt, so stellen wir uns den Wolf vor. Aber Tatsache ist, dass in Zeiten der knapper werdenden Beutetiere (der Wolf war erfolglos oder die Population an Beutetieren ist zu klein) auf andere Nahrung zurückgegriffen wird. Wölfe fressen auch pflanzliche Nahrung, graben nach Wurzeln, lesen Früchte auf oder fressen Gräser. Auch Wölfe, die als Raubtiere gelten und mit dem Erlegen von kleinen Säugetieren oder Vögeln in Verbindung gebracht werden, können ihren Nährstoffbedarf also über andere Nahrungsmittel decken. Allerdings sind erlegte Tiere und Fleisch die bevorzugte Nahrung. Zudem fressen Wölfe auch den Mageninhalt der Beute mit – was in fast allen Fällen einer pflanzlichen Beilage entspricht.

Der Hund beim Menschen

Der Hund kann sich in seinen Ernährungsgewohnheiten also der tatsächlichen Lage anpassen. Allerdings ist dabei zu beachten, dass Hunde lediglich ihren Energiebedarf problemlos über pflanzliche Nahrungsmittel decken können. So hat der Hund sich etwa auch einer stärkehaltigen Ernährung gut angepasst, was wohl mit den Ernährungsgewohnheiten des Menschen wie auch schon damals mit (Getreide, Kartoffeln, Reis) zusammenhängt. Hunde können ohne Weiteres gekochte Kartoffeln, zubereiteten Reis oder ähnliches essen. Es ist auch immer wieder so, dass Haushunde bestimmte (für den Menschen gemachte) Speisen besonders gern fressen.

Es bleibt der Umstand, dass Haushunde bestimmte Nahrungsbestandteile benötigen, damit ihr Stoffwechsel optimal und ihr Gesundheitszustand gut ist. Bei der industriellen Produktion von Hundefuttermitteln wird diesem Umstand gerecht, indem die Bestandteile nach einem Ernährungsideal miteinander vermengt und verarbeitet werden. Tierische Bestandteile sind dabei stets enthalten. Die Qualität der Produkte variiert, aber ein ausgewogenes, für den Hund schmackhaftes Fresserlebnis ist das Ziel eines guten Futterfabrikanten.

Wird Fleisch weggelassen und nur durch Gemüse substituiert, kann es schnell zu Mangelerscheinungen kommen. Denn nicht nur, dass Proteine fehlen – auch enthalten diverse Gemüse sekundäre Pflanzenstoffe, die ihrerseits Mineralstoffe binden. Da Hunde hier allerdings einen weit höheren Bedarf haben als Menschen, ist das sehr kritisch zu sehen. Fleisch kann also nicht ohne Ausgleich vom Speiseplan des Hundes gestrichen werden.

Möglichkeiten der vegetarischen Ernährung beim Hund

Um es vorweg zu nehmen: Es ist unmöglich, einen Hund angemessen auf vegane Art und Weise zu ernähren. Wohl aber ist eine vegetarische Ernährungsweise, die allerdings Eier und Milchprodukte zulässt, möglich. Gerade Eiweiß ist eine gute Proteinquelle für Hunde und ergänzt stärke- und ölhaltige Futtermittel (Kartoffeln, Mais etc.) hervorragend. Es muss ferner darauf geachtet werden, dass dem Hund genügend Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine zukommen. Außerdem darf auch eine fleischlose Kost nicht abwechslungsarm ausfallen. Auch Hunde haben Geschmack.

Dem Naturell des Tieres entspricht es aber eher, Fleisch zu fressen. Reduziert und ersetzt werden kann dieser Anteil aber problemlos.

 

Fotoquelle: Pixabay

 

Beratung

 Mo.-Fr. 10 bis 18 Uhr

 03322-287193

    Ich möchte eine Beratung in meiner Nähe: