Magnesiummangel: Ursachen, Symptome, Einnahme

Ein Magnesiummangel, auch Hypomagnesiämie genannt, ist in Deutschland vergleichsweise selten. Wer sich ausgewogen ernährt und einen gesunden Stoffwechsel hat, nimmt in der Regel ausreichend Magnesium auf. Dennoch gibt es bestimmte Erkrankungen, Lebensumstände und Medikamente, die einen Magnesiummangel begünstigen können.

Was sind Ursachen für Magnesiummangel?

Ein Magnesiummangel kann entstehen, wenn der Körper zu wenig Magnesium aufnimmt oder zu viel davon ausscheidet. Eine verminderte Aufnahme tritt häufig bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auf. Auch eine Zöliakie kann die Aufnahme von Magnesium beeinträchtigen.

Eine erhöhte Ausscheidung kann unter anderem durch Erbrechenakute Durchfälle oder den Missbrauch von Abführmitteln entstehen. Auch NierenerkrankungenAlkoholmissbrauchDiabetes mellitus sowie bestimmte Medikamente wie Diuretika können dazu führen, dass mehr Magnesium über den Urin verloren geht.

Zusätzlich kann auch starkes Schwitzen den Magnesiumverlust erhöhen. Davon sind besonders Menschen betroffen, die körperlich schwer arbeiten oder intensiv Sport treiben.

Wer gehört zur Risikogruppe?

Zu den Risikogruppen für einen Magnesiummangel zählen vor allem:

  • Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen
  • Personen mit Nierenerkrankungen
  • Menschen mit Diabetes mellitus
  • ältere Menschen
  • Leistungssportler
  • Personen, die regelmäßig entwässernde Medikamente einnehmen

Auch seltene erblich bedingte Nierenerkrankungen wie das Gitelman-Syndrom oder das Bartter-Syndrom können den Magnesiumhaushalt deutlich beeinflussen.

Magnesiummangel Symptome: Wie äußert sich ein Mangel?

Die ersten Symptome eines Magnesiummangels sind oft unspezifisch. Dazu gehören unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Magen-Darm-Beschwerden

Da diese Beschwerden auch bei vielen anderen Ursachen auftreten können, wird ein Magnesiummangel zunächst oft nicht erkannt.

Als typisches Anzeichen gelten Muskelkrämpfe, insbesondere nächtliche Wadenkrämpfe. Allerdings müssen solche Krämpfe nicht zwingend durch Magnesiummangel verursacht werden. Auch neurologische Erkrankungen, Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion können dahinterstecken.

Bei stärker entleerten Magnesiumspeichern können deutlichere Beschwerden auftreten. Dazu zählen:

  • Muskelzittern
  • Übererregbarkeit von Nerven und Muskeln
  • Herzrhythmusstörungen
  • Appetitverlust
  • Kribbeln
  • Taubheitsgefühle in Armen und Beinen

Ein ausgeprägter Magnesiummangel kann die Funktion von Herzmuskel und Skelettmuskulatur beeinträchtigen.

Wie wird Magnesiummangel diagnostiziert?

Die Diagnose eines Magnesiummangels ist nicht immer einfach. Der Grund: Nur ein kleiner Teil des Magnesiums befindet sich im Blutserum. Ein normaler Serumwert schließt deshalb einen Magnesiummangel in den Zellen nicht sicher aus.

In unklaren Fällen kann eine Bestimmung im Vollblut sinnvoll sein. Besonders bei Herzrhythmusstörungen oder neurologischen Symptomen wird eine genaue Kontrolle des Magnesiumstatus empfohlen. Da die Werte nicht immer eindeutig sind, kann eine engmaschige Überprüfung notwendig sein.

Magnesiumpräparate: Welche Darreichungsformen gibt es?

Wer seine Magnesiumzufuhr mit Nahrungsergänzungsmitteln ergänzen möchte, findet verschiedene Darreichungsformen im Handel. Dazu gehören unter anderem:

  • Magnesium-Tabletten
  • Magnesium-Kapseln
  • Magnesium-Pulver
  • Magnesium-Granulat
  • Magnesium-Lösungen oder Trinkampullen

Außerdem gibt es unterschiedliche Magnesiumverbindungen, die in Präparaten verwendet werden. Häufige Formen sind zum Beispiel Magnesiumcitrat und Magnesiumoxid. Daneben sind auch weitere Verbindungen wie MagnesiumglycinatMagnesiummalatMagnesiumcarbonat oder Magnesiumthreonat erhältlich.

Welche Form am besten geeignet ist, hängt vom individuellen Bedarf und von der Verträglichkeit ab.

Zu viel Magnesium: Kann eine Überdosierung schädlich sein?

Ja, auch zu viel Magnesium kann unerwünschte Wirkungen haben. Eine Überdosierung, auch Hypermagnesiämie genannt, ist zwar meist nicht sofort lebensbedrohlich, sollte aber nicht unterschätzt werden.

Mögliche Beschwerden bei zu hoher Magnesiumzufuhr sind:

  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • niedriger Blutdruck

Gerade die abführende Wirkung ist bekannt und ein Grund, warum Magnesium manchmal auch bei Verstopfung eingesetzt wird. Für eine dauerhafte Anwendung ist das jedoch nicht zu empfehlen.

Wie viel Magnesium pro Tag ist maximal sinnvoll?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel und angereicherte Lebensmittel maximal 250 Milligramm Magnesium pro Tag. Diese Empfehlung gilt für Kinder ab vier Jahren und für Erwachsene. Für Magnesium, das über normale Lebensmittel aufgenommen wird, gibt es diese Begrenzung nicht.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt grundsätzlich, den Magnesiumbedarf möglichst über die Ernährung zu decken. Wer dennoch Magnesium ergänzen möchte, sollte die Einnahme idealerweise mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke besprechen. Für eine bessere Verträglichkeit kann es sinnvoll sein, die Tagesmenge auf zwei oder mehr Portionen zu verteilen.

Ein Magnesiummangel ist selten, kann aber bei bestimmten Erkrankungen, Medikamenten oder erhöhter Ausscheidung auftreten. Die Symptome reichen von unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit und Übelkeit bis hin zu Muskelzittern oder Herzrhythmusstörungen. Da die Diagnose nicht immer einfach ist, sollte bei Verdacht ärztlich abgeklärt werden, ob tatsächlich ein Magnesiummangel vorliegt. Auch bei Magnesiumpräparaten gilt: Die richtige Dosierung ist entscheidend, denn zu viel Magnesium kann ebenfalls Beschwerden verursachen.

 

 

Fotoquelle: drumitaktas.com

 

 

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