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Was muss das Kind können? U6-U7a
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THEMA: Was muss das Kind können? U6-U7a
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Was muss das Kind können? U6-U7a vor 2 Jahren, 7 Monaten  
U6: 10. - 12. Lebensmonat

Dies ist die letzte Vorsorgeuntersuchung im Säuglingsalter - die folgende U7 steht erst ein ganzes Jahr später an. Im Mittelpunkt der U6 stehen die Prüfung der Feinmotorik sowie der sozialen Kontakte. Außerdem müssen Hör- und Sehstörungen mit entsprechenden Tests ausgeschlossen werden. Darüber hinaus wird erneut die Neigung zu Allergien durch Befragen der Eltern ermittelt.

Insgesamt soll der Entwicklungsstand des Kindes bei der U6 mit speziellen Tests (Denvertest; Münchner funktionelle Entwicklungsdiagnostik) beschrieben werden. Dieses letztgenannte Verfahren ist sehr aufwendig und gliedert sich in acht Teile:

Krabbelalter: Sicheres Krabbeln, krabbelt auf Händen und Knien mit gekreuzter Koordination, Parachute-Reaktion jetzt überprüfbar

Sitzalter: Setzt sich aus Rückenlage mit Festhalten an Möbeln alleine auf. Langsitz: sitzt frei mit geradem Rücken und locker gestreckten Beinen, sicheres Gleichgewicht im Langsitz

Laufalter: Geht an Möbeln entlang. Macht Schritte vorwärts, an einer Hand gehalten, zieht sich an Möbeln selbständig zum Stehen hoch, alternierende Schrittbewegungen auf der Stelle und zur Seite, macht Schritte vorwärts an beiden Händen gehalten

Greifalter: Zangengriff, ergreift kleines Keks-Stück mit gebeugtem Zeigefinger und opponiertem Daumen , Pinzettengriff seit dem 10. Monat, ergreift kleinen Gegenstand mit gestrecktem Zeigefinger und Daumen. Klopft zwei Würfel mehrmals aneinander

Perzeptionsalter: Zieht begehrtes Spielzeug an Schnur heran, läßt Scheibchen in kleine Schachtel fallen. Wirft Spielzeug absichtlich weg, berührt mit den Zeigefingern Details an Gegenständen. Nimmt Würfel in Behälter wahr und greift hinein

Sprechalter: Deutliche Silbenverdopplungen und erste Sinnvolle Silben. Dialog: lautlich richtige Nachahmung gekonnter Silben, Flüstern

Sprachverständnisalter: Befolgt einfache Aufforderungen, reagiert auf Verbote durch Unterbrechung seiner Fähigkeit. Sucht auf Befragen nach bekannter Person oder bekanntem Gegenstand durch Kopfdrehen

Sozialalter: Reagiert freudig auf Versteckspiel, deutliches Fremdeln, reicht einen Gegenstand, wenn es durch Gesten und Worte dazu aufgefordert wird

Ab einem Alter von 11 Monaten weden die ersten Lebendimpfungen verabreicht - eine gegen Mumps-, Masern-, Röteln (MMR-Impfstoff) und eine gegen Windpocken (Varizellen-Impfstoff). Im Alter von 11-14 Monaten bzw. 6 Monate nach der letzten Impfung der Grundimmunisierung wird auch die 1. Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B sowie die 4. Impfung gegen Pneumokokken gegeben. Die erste Impfung gegen Meningokokken ist ab vollendetem 12. Lebensmonat empfohlen.






U7: 21. bis 24. Lebensmonat

Die U7 wird von einigen Ärzten auch als Angst- oder Schrei -Vorsorgeuntersuchung bezeichnet, da Kinder in diesem Alter oft wenig kooperationsbereit sind. Aber: Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin wissen damit umzugehen und oft ist gerade die U7 ein erfreuliches Ereignis, weil die Eltern erleben, was ihr Kind alles in knapp zwei Jahren gelernt hat! Sollte der Untersuchungsablauf durch die Ängstlichkeit des Kindes dennoch stark gestört sein, kann zur Klärung insbesondere der Sprachentwicklung eine erneute Untersuchung etwa 3 bis 4 Monate später erfolgen. Dann sind die Kinder meist schon weniger ängstlich und zeigen deutlich mehr Kooperationsbereitschaft.

Um den 2. Geburtstag herum stehen Kinder nämlich in einer Umbruchphase, da der psychologische Lösungsprozess von den Eltern beginnt und sich die erste Trotzphase einstellt. Inhaltlich beschäftigt sich die U7 hauptsächlich mit der Beurteilung der Sprach- und Hörentwicklung, der motorischen Fähigkeiten sowie der Entwicklung des Sozialverhaltens.

Zur Einschätzung des Sprach- und Hörvermögens werden einerseits die Eltern befragt, andererseits aber auch verschiedene Tests durchgeführt. Dazu gehören Fragen des Arztes wie Zeig mir deine Ohren! oder Wie heißt die Puppe? genauso wie bestimmte Hörtests. Generell sollte ein Kleinkind am Ende des 2. Lebensjahres folgende Fähigkeiten besitzen:

* mindestens 10 Worte sprechen und etwa 250 Worte verstehen
* zwei Worte sicher kombinieren
* einfache Zeichnungen von Tier und Mensch benennen können
* sicher zwei von drei verbal gegebenen Aufforderungen befolgen können
* verwendet die Mehrzahl
* sagt den Vornamen

Die motorischen Fähigkeiten werden durch Beobachtung beim Spielen sowie durch kleine Aufgaben überprüft. Im Einzelnen achtet der Kinderarzt dabei auf Folgendes:

Feinmotorik

* das Kind baut mit jeder Hand einen Turm aus 4 bis 8 Klötzchen
* es kann mit beiden Händen Wasser aus einer Flasche ausgießen
* steckt mit beiden Händen eine Kugel in eine selbstgehaltene Flasche
* zeichnet eine vertikale Linie nach
* der Bewegungsablauf ist nicht abgehackt sondern fließend

Grobmotorik

* kickt den Ball mit beiden Füßen ohne sich abzustützen bzw. festzuhalten
* wirft beidseitig einen Ball überhand
* läuft symmetrisch ein paar Schritte rückwärts
* hockt sich zum Spielen hin und steht freihändig wieder auf
* weicht beim Laufen sicher Hindernissen aus

Was das Sozialverhalten betrifft, so stehen die Beurteilung der Selbstständigkeit und der Interaktionsfähigkeit des Kindes im Mittelpunkt der U7. Der Arzt wird diese besonders durch Befragen der Eltern einzuschätzen versuchen:

* wie verhält sich das Kind zu Hause?
* wie sieht das soziale Umfeld aus (Familiengröße, Alter und Zahl der Geschwister etc.)?
* wie ist der Umgang mit Haustieren?
* werden Kleidungsstücke selbstständig angezogen?
* werden die Hände selbst gewaschen und getrocknet?
* spielt das Kind mit anderen Kindern Nachlaufen und Fangen

Die erste Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B und die erste Mumps-, Masern-, Rötelnimpfung (MMR) wurde wohl meist schon mit 11 Monaten gegeben. Die Wiederholungsimpfung mit MMR kann frühestens vier Wochen nach der ersten Dosis gegeben werden, sie wird meist mit 15 Monaten verabreicht. Wurde zuvor MMR-Windpocken-Kombinationsimpfstoff eingesetzt, wird die zweite Impfung auch damit durchgeführt. Alle Impfungen, die noch ausstehen können bei der U7 gegeben werden. Damit ist die erste komplette Impfserie gegen insgesamt 10 Krankheiten, die zu Tod oder schwerer Behinderung führen können, abgeschlossen.







U7a: 34. bis 36. Lebensmonat

Schwerpunkte der Vorsorgeuntersuchung U7a sind das Erkennen und Behandeln von Sehstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien. Zusätzlich wird auch überprüft, ob das Wachstum, z.B. der Wirbelsäule, ohne Störungen verläuft. Der Kinder- und Jugendarzt berät Sie auch, ob Ihr Kind reif für den Kindergarten ist.




Quelle: www.gesundes-kind.de/u-untersuchungen/vo...geuntersuchungen.jsp
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